Arbeiten an der Skate-Anlage in letzten Zügen

Lange haben sie alle darauf gewartet, die Skater und BMX-Fahrer der Region, ihre Unterstützer in den Vereinen und die mit dem Vorhaben betrauten Planer und ausführenden Firmen. Nun ist die Skate-Anlage, deren Geschichte bereits vor mehr als zehn Jahren mit einer Freihandzeichnung als erstem Entwurf begann, im Rahmen der Landesgartenschau-Vorbereitungen baulich fertig gestellt worden. Die Kosten beliefen sich planmäßig auf rund 414.600 Euro.


Aus Sicherheitsgründen gilt weiterhin ein Betretungsverbot


Bettina Klein, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Torgau gGmBH dazu: „In über 30 Jahren bei der Stadtverwaltung Torgau hatte ich selten so bemerkenswerte und zu allem bereite Jugendliche vor mir, wie jene, mit denen wir auf dem Weg vom ersten Entwurf eines Skate-Parks über einen Beteiligungsworkshop mit Fachleuten bis jetzt nach der Bauabnahme immer wieder zutun hatten. Sie haben durchgehalten, nicht locker gelassen und es macht mich stolz und froh, dass wir durch die Landesgartenschau und die damit verbundenen finanziellen Möglichkeiten in der Lage waren, ihren Traum zu verwirklichen.“ Ganz abgeschlossen ist das Thema allerdings noch nicht, denn eine Freigabe für die Nutzung durch Torgauer Jugendliche und Kinder kann trotz des frühen Bauendes erst zur LAGA-Eröffnung im April des kommenden Jahres erfolgen. Grund ist das umliegende Gelände, auf dem noch Wegebau-, Garten- und Landschaftsbaumaßnahmen durchgeführt werden, während derer das Areal oftmals von entsprechenden Baufahrzeugen befahren wird, was eine potenzielle Gefahrenquelle für Passanten darstellt.

„Die Anlage mit ihren Rampen und Pipes ist nach allen Regeln der Sicherheit konzipiert und baulich ausgeführt worden.“, so Ingo Naschold vom Münsteraner Planungsbüro DSGN Concepts, das die Ausschreibung einstmals für sich entschied. „Allerdings sind die Anschlussstellen der Betonwanne zu den sie rahmenden Grünflächen noch nicht plan, die Sitzflächen aus Holz fehlen noch und Hinweisschilder zum Benehmen hier und zu den Risiken des Sports sind noch nicht aufgestellt beziehungsweise angebracht worden.“ Dass schon vor der Übergabe an die Öffentlichkeit eine in diesem Sinne halbfertige Anlage verlockend wirkt, kann er nachvollziehen und kennt er von voran gegangen Projekten. „Hier ist die Stadt gefordert, Grenzen zu setzen. Am liebsten gemeinsam mit den Skatern und im beiderseits konstruktiven Diskurs, aber wenn es gar nicht anders geht, eben auch über den Einsatz rechtlicher Mittel gegen Randalierer beispielsweise.“, erklärte Naschold, selbst passionierter Skater, weiter.

Nachdem am vergangenen Wochenende mehrere Personen widerrechtlich eine Art Rampentaufe vorgenommen hatten – Beobachter sprachen von zirka 25 Kindern und Jugendlichen – und dabei die frisch aufgebrachte Lackierung der Betonwanne beschädigt hatten, sollen nun zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen Ähnliches und Schlimmeres bis zum April 2022 verhindern. Seit dem 21. Oktober ist die Videoüberwachung des Geländes in Betrieb, eine zusätzliche Bestreifung durch den Sicherheitsdienst in dem Bereich veranlasst.

Bauleiter Jens Gössner schwärmte jüngst: „Ich habe noch nie so gute Betonbauer gesehen, wie hier auf der Baustelle. Alle Anschlüsse der einzelnen Abschnitte sind perfekt gegossen, verfugt und eben verbunden. Den mitunter herausfordernden Bedingungen, die der Sport an die verschiedenen Hindernisse stellt, wurde mit höchstem Anspruch an die Sicherheit der Skater und BMXer Rechnung getragen.“ Er fügte mahnend hinzu: „Es wäre schade, wenn jetzt durch Ungeduld und Leichtsinn größerer Schaden entstehen oder sich jemand verletzen würde.“

Um das zu verhindern, werde das Becken der Anlage in den nächsten Tagen zusätzlich geflutet, um als „Spielplatz“ unbrauchbar zu werden. Für das gesamte Gebiet, das auch durch Bauzäune gesichert ist, gilt weiterhin Betretungsverbot und jeder Verstoß komme zur Anzeige, versichert Bettina Klein.