Safran-Krokusse für Torgaus Weinberg

Stadtmedicus Johann Kentmann und Kurfürstin Anna pflanzen Krokusse aus Altenburg– so wird es am 14. August wieder heißen. Wieder? Klar, denn im 16. Jahrhundert könnten dies die historischen Vorbilder ebenso getan haben. Schon Friedrich der Weise bezog derartige Knollen aus der Skatstadt. „Ab etwa 1500 sind Lieferungen nach Torgau und Annaburg belegt“, sagt Doktor Harald Alex.

Wozu diese Wiederaufführung bloß für ein paar Krokusknollen? „Es handelt sich dabei um Safran-Krokusse“, verdeutlicht das Mitglied des Fördervereins Landesgartenschau Torgau. Safran sei das teuerste Gewürz der Welt. Dabei ist es recht unscheinbar. „Lediglich die Narben der Blüte werden als Gewürz gewonnen“, sagt der Organisator der Knollenaktion.

Mit der Knollenaktion sollen diese Lieferungen nachvollzogen werden. Dazu kommen am Sonntag die Krokusknollen auf dem Kaufland-Parkplatz in der Dahlener Straße in Torgau an. Von hier geht es mit der Kutsche weiter zum Rosengarten – begleitet von Johann Kentmann und Anna von Dänemark. Die Ankunft dort ist für 14 Uhr geplant, rund 600 Knollen sollen im Bereich des Weinberges gepflanzt werden. „Einige Knollen pflanzen wir auch im Apothekergarten“, erläutert Dr. Alex. Zusätzlich erhalte ebenso der Heimatverein Annaburg bis zu 200 Knollen. Das Ganze geschieht im Beisein des Fördervereins, des Heimatvereins Annaburg und des nordsächsischen Landrates Kai Emanuel.

Ab etwa 14.30 Uhr lädt der LAGA-Förderverein in den Apothekergarten neben der Stadtkirche. „Hier können Safranprodukte verkostet werden“, lockt Dr. Harald Alex.

Die Reise der Knollen beginnt bereits am Freitag um 14 Uhr in Altenburg. „Seit dem Jahr 2016 bauen dort die Safranbauern um Doktor Frank Spieth wieder Safran nach historischem Vorbild an“, berichtet Harald Alex. Die Altenburger seien auch die Initiatoren der Knollenaktion. Außerdem trugen sie die Informationen zur Historie zusammen.


Safran-Krokusse

Bei Safran handelt es sich um eine Krokusart. Das Besondere: Aufgrund der Genstruktur bilden Safran-Krokusse keinen Samen aus. „Sie vermehren sich durch Teilung der Knolle“, erläutert Harald Alex. Hauptsächlich werde Safran im Iran angebaut. Doch auch bei uns wachse die Pflanze gut. Laut Harald Alex verträgt die Knolle durchaus 20 Grad Celsius unter Null.

Als Gewürz wird nur die Verlängerung des Fruchtknotens in der Blüte genutzt. Von diesen Fäden stammt auch die typische gelbe Farbe des Gewürzes. Professionelle Safranproduzenten schneiden die ganze Blüte ab, um die Fäden zu gewinnen. „Im Garten zupfe ich die Stempel aber vorsichtig aus der Blüte, lasse diese stehen“, sagt Harald Alex. So habe man das Gewürz gewonnen und noch die schönen Blüten im Garten.

Das Safrankrokus gehört zu den Herbstblühern – also im Oktober und November. „Im Frühjahr gleichen die Pflanzen eher einer Wiese“, ordnet Harald Alex ein. Etwa alle fünf Jahre solle man die Knollen ausgraben und weiter auseinandersetzen. Sonst sitzen sie zu beengt. Etwa zehn Zentimeter tief müssen die Knollen eingepflanzt werden.